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Agglomeration Thun - Wirkungskontrolle zeigt, dass Verkehrsziele erreicht wurden

2020-09-03 12:32:00
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Quelle: Kanton Bern

Der Kanton Bern und die Stadt Thun haben erneut einen Forumsprozess zur Verkehrssituation in Thun gestartet, wie der Kanton Bern ausführt.

Am ersten Anlass konnte aufgezeigt werden, dass mit dem Bypass und den Begleitmassnahmen die gesetzten Ziele erreicht wurden. Die Staus auf der Bernstrasse konnten massiv reduziert werden und die aarequerenden Achsen in der Innenstadt wurden deutlich entlastet.

Die Reisezeiten seien für die meisten Verkehrsbeziehungen kürzer geworden, nicht aber am Abend stadteinwärts auf der Hofstettenstrasse. Die Erkenntnisse aus der Wirkungskontrolle wurden lebhaft, aber sachlich diskutiert.Der Kanton Bern und die Stadt Thun führen im kommenden halben Jahr einen Forumsprozess mit rund 40 beteiligten Gemeinden und Institutionen durch.

Mit dem gleichen Gremium, das 2003 massgeblich an der Gesamtverkehrsstudie beteiligt war, solle Bilanz über die Wirkung aller in den letzten rund 15 Jahren realisierten Verkehrsprojekte einschliesslich der Angebotsverbesserung der STI, des Parkhausrings und der Fussgängerzone in der Innenstadt gezogen werden. Dabei geht es unter anderem um den Einbahnverkehr in der Innenstadt, der von Wirtschaftskreisen und Anwohnenden des rechten Thunerseeufers kritisiert wird.

Der Forumsprozess habe zum Ziel, die Verkehrssituation in Thun und Umgebung zu analysieren, allfälligen Handlungsbedarf und Wirkungsziele festzulegen und den zuständigen Behörden allfällige Verbesserungsmassnahmen zu empfehlen.Am 2. September 2020 fand das erste Verkehrsforum statt. Die rund 70 Teilnehmenden hielten in einem ersten Schritt die Verbesserungen und Verschlechterungen fest, die sie seit der Eröffnung des Bypass Thun Nord und der Einführung des Einbahnregimes Innenstadt feststellen.

Als wichtigste Verbesserungen nannten sie den Bypass, der viele Fahrzeiten verkürzt und einen staufreien Betrieb auf der Bernstrasse ermöglicht. Viel Lob gab es für die Taktverdichtungen der STI und für den Parkhausring, namentlich das Schlossbergparking, das auch dem Langsamverkehr als neue Wegverbindung dient.

Für die Forumsteilnehmenden habe sich die Situation des Langsamverkehrs in der Innenstadt dank der Verkehrsentlastung, dem flächigen Queren, den neuen Fussgängerzonen und zusätzlichen Veloparkplätzen deutlich verbessert. Eine klare Verschlechterung der Situation werde für den stadteinwärts fahrenden Verkehr am rechten Thunerseeufer konstatiert: Man kritisiert den Stau, der auch die Busse der Linien 21 und 25 betrifft.

Zudem werde der Umweg, den der Einbahnverkehr für Autofahrende vom Lauitor in Richtung Gwatt erfordert, von vielen Forumsteilnehmenden als Ärgernis empfunden. Als weitere Schwachstelle nannten sie den ampelgesteuerten Knoten des Bypass mit der Allmendstrasse.

Kritisch beurteilt werde auch die starke Belastung des Maulbeerkreisels durch den Busbetrieb.Zur Vorbereitung des Verkehrsforums hatte der Kanton Bern Anfang 2020 eine Wirkungskontrolle zum Bypass und seinen Begleitprojekten durchgeführt. Diese erlaubt einen Vergleich der Verkehrssituation von Anfang 2020 (noch vor der Corona-Epidemie) mit den Jahren 2014, vor dem Bau des Bypass, und 2018 mit dem Bypass im Betrieb aber ohne verkehrslenkendes Einbahnregime in der Innenstadt.

Die Wirkungskontrolle kommt zum Schluss, dass der Bypass Thun Nord zusammen mit dem Einbahnverkehr Innenstadt die ursprünglichen im Forumsprozess 2003 festgelegten Ziele – staufreier Betrieb auf der Bernstrasse und Entlastung der aarequerenden Innenstadtachsen um 40 Prozent – vollumfänglich erreicht. Ohne das Einbahnregime, also 2018, betrug die Verkehrsreduktion in der Innenstadt durch die Verkehrsverlagerung auf den Bypass Thun Nord lediglich 10 Prozent.

Die Reisezeiten seien dank des besseren Verkehrsflusses für fast alle Verkehrsbeziehungen kürzer geworden. Eine Ausnahme bildet in den Spitzenstunden die Hofstettenstrasse stadteinwärts.

Aufgrund des dichten Verkehrs vor allem am Abend verursachen bereits kleinere Störungen, wie abbiegenden Fahrzeuge oder querende Fussgänger, aber auch das Abbremsen vor den Kreiseln vom Lauitor bis zum Berntor, Behinderungen, die auch bei den Buslinien 21 und 25 Verspätungen von durchschnittlich bis zu drei Minuten hervorrufen können. Der abendliche Rückreiseverkehr ans rechte Thunerseeufer profitiert hingegen von kürzeren Reisezeiten.Das Einbahnregime verlängert die Strecke vom rechten Thunerseeufer zum Maulbeerplatz um 1200 Meter.

Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten zwischen Lauitor und Maulbeerplatz in der Spitzenstunde im Durchschnitt um rund zweieinhalb bis drei Minuten, in den Randzeiten um rund eine Minute. Allerdings fahren nur rund 5 Prozent der Fahrzeuge überhaupt vom rechten Thunerseeufer bis zum Maulbeerplatz.Die Wirkungskontrolle und die Forumsteilnehmenden orten somit ähnliche Schwachpunkte: namentlich die Verkehrssituation am rechten Thunerseeufer stadteinwärts.

Das Ausmass werde hingegen kontrovers beurteilt. Aus Sicht der Vertreter des rechten Seeufers und des Gewerbes haben die Stausituation und Fahrzeiten auch ausserhalb der Spitzenstunden stark zugenommen.

Bis zum nächsten Verkehrsforum Mitte November werden deshalb zusätzliche Auswertungen der Verkehrsdaten vorgenommen, um auch die Extremwerte und die täglichen Stauzeiten besser erfassen zu können. Thema des zweiten Forums im November werden der Handlungsbedarf und die Wirkungsziele sein.Die Website www.verkehrszukunft-thun.ch Link öffnet in einem neuen Fenster.

bietet neu für den ganzen Raum Thun Informationen zu baustellenbedingten Auswirkungen auf den Verkehr. Auf der Website werden auch Informationen zum Forumsprozess aufgeschaltet..

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