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Vermischtes

Siem Reap verbietet als erste Provinz Kambodschas Hundefleisch

2020-07-08 11:05:03
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Quelle: Tierschutzorganisation Vier Pfoten

Zürich, 8. Juli 2020 – Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN feiert eine enorme Verbesserung für das Leben von Millionen von Hunden in einem der beliebtesten Reiseziele Südostasiens:Das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei der Provinz Siem Reap beschloss am 6. Juli, dass das Schlachten und Handeln mit Hunden zum Verzehr ab sofort in der Provinz verboten ist, wie die Tierschutzorganisation Vier Pfoten meldet.

Seit 2018 arbeitet VIER PFOTEN mit der kambodschanischen Regierung zusammen, um den brutalen Handel mit Hundefleisch zu beenden. Jährlich werden in Kambodscha geschätzt drei Millionen Hunde für ihr Fleisch getötet.

Der Handel führt zu Tierquälerei und stellt aufgrund von Tollwut-Ausbrüchen und Verbreitung zoonotischer Krankheiten ein Risiko für die Gesundheit dar. VIER PFOTEN wertet die Entwicklungen als Wendepunkt für den Tierschutz der Region.

Laut den Recherchen von VIER PFOTEN gilt die Provinz Siem Reap als Hotspot für den landesweiten Hundefleischhandel. Mit den dort monatlich über 7`000 eingefangenen Hunden werde auch der Hundefleisch-Bedarf des östlichen Teils des Landes – vor allem in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh – gedeckt.

Bis vor kurzem setzte sich der brutale Handel ungehindert fort, obwohl der Konsum von Hundefleisch umstritten ist. Weniger als 12 Prozent der Kambodschaner gaben in einer VIER PFOTEN Marktforschung an, das Fleisch regelmässig zu essen.

«Die historische Entscheidung der Regierung in Siem Reap, den Diebstahl, den Handel und das Schlachten von Hunden zu verbieten, sei ein Meilenstein für den Tierschutz in Kambodscha. Sie spiegelt die gegenwärtige Stimmung der Bevölkerung wider.

Wir hoffen, dass auch alle anderen Provinzen dem Beispiel Siem Reaps folgen, um das Leben von Millionen von Hunden zu schützen», sagt Doktor Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der VIER PFOTEN Streunerhilfe in Südostasien. Im Zuge der Recherchen besuchte VIER PFOTEN allein in der gleichnamigen Stadt Siem Reap insgesamt 21 Restaurants, die rund 2`900 Hunde pro Monat verarbeiten.

Viele der Lokale befinden sich in unmittelbarer Nähe der weltberühmtem Tempelanlage Angkor Wat. In der Provinz fand VIER PFOTEN zudem ein Hunde-Schlachthaus sowie fünf Einrichtungen, in der die Hunde bis zur Schlachtung gehalten werden.

Kleinbusse bringen jeden Monat mindestens 3`750 lebende Hunde, eingepfercht in kleinen Käfigen, von Siem Reap zu den grossen Schlachthäusern in Kampong Cham, Kampong Thom und Skun. Dort werden sie ertränkt, erstochen oder erhängt.

Anschliessend werden sie enthaart und von Grosshändlern an die über hundert dokumentierten Hundefleisch-Restaurants in Phnom Penh verkauft. Laut VIER PFOTEN Recherchen sei der Hundefleischhandel in Kambodscha ein gewinnorientiertes Geschäft.

Ein lebender Hund bringt zwischen 1.90 und 2.90 Franken pro Kilo, während ein Kilo rohes Hundefleisch für bis zu 3.80 Franken verkauft wird. Ein Hundefleisch-Gericht kostet weniger als 1.10 Franken.

Männer machen den Grossteil der Konsumenten aus. Nach getaner Arbeit verzehren sie das Fleisch als Bar-Snack gemeinsam mit Alkohol.

Frauen hingegen essen Hundefleisch nicht in der Öffentlichkeit, jedoch Zuhause – oft aufgrund des Irrglaubens, dass das Fleisch eine heilende Wirkung hat. Sowohl Haustiere als auch streunende Hunde werden für ihr Fleisch gehandelt.

Viele davon werden rund um Pagoden und auf den Strassen eingefangen oder auch aus ihrem Zuhause gestohlen. VIER PFOTEN arbeitet in Kambodscha mit der lokalen Tierschutzorganisation Animal Rescue Cambodia sowie mit dem Cambodian Mine Action Centre – eine Dienststelle der kambodschanischen Regierung – zusammen.

Um den brutalen Handel mit Hunde- und Katzenfleisch in Südostasien nachhaltig zu beenden, habe VIER PFOTEN eine Kampagne auf internationaler und nationaler Ebene gestartet. «Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit den verantwortlichen Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die das Fangen, Schlachten und Essen von Hunden und Katzen verbieten», erklärt Doktor Karanvir Kukreja, Tierarzt und Projektmanager der VIER PFOTEN Anti-Hundefleisch-Kampagne.

Darüber hinaus unterstützt VIER PFOTEN lokale Tierschutzorganisationen und Gemeinden mit humanen und nachhaltigen Programmen zum Management der Hunde- und Katzenpopulation. VIER PFOTEN sei auch Teil der Tierschutzkoalitionen DMFI (Dog Meat Free Indonesia) und ACPA (Asia Canine Protection Alliance), die gegen den Handel in Südostasien lobbyieren.

VIER PFOTEN habe zudem eine Petition gegen den Hunde- und Katzenfleischhandel gestartet, die bereits über 800`000 Unterstützer weltweit unterschrieben haben. VIER PFOTEN sei die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt.

Dieses Jahr feiert VIER PFOTEN 20-jähriges Jubiläum in der Schweiz. Im Fokus der 1988 von Heli Dungler in Wien gegründeten Organisation stehen Streunerhunde und -katzen sowie Nutz-, Heim- und Wildtiere aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen.

Mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristigen Schutz für leidende Tiere. In der Schweiz sei die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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Es kommt österreichisches Recht ohne seine Verweisnormen zur Anwendung, Gerichtsstand sei Wien. .

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