Logo newsbot.ch

Ausland

EU nimmt Verhandlungen über Vertiefung der Handelsbeziehungen mit Staaten des östlichen und südlichen Afrika auf

2019-10-03 15:25:15
newsbot by content-proivder.ch GmbH
Quelle: Europäische Kommission

Die EU hat heute in Mauritius Verhandlungen mit fünf Partnern im östlichen und südlichen Afrika (den sogenannten „ESA-Staaten“ Komoren, Madagaskar, Mauritius, Seychellen und Simbabwe) aufgenommen mit dem Ziel einer Vertiefung des bestehenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommens, wie die Europäische Kommission schreibt.

Angesichts der mit dem derzeitigen Abkommen bereits erzielten positiven Ergebnisse haben die fünf Länder jetzt im achten Jahr der Umsetzung erklärt, dass sie bereit sind, ein über den Warenhandel hinausgehendes umfassenderes Abkommen anzustreben. Die EU begrüßt diesen Schritt, insbesondere im Kontext der Allianz Afrika-Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze.Seit 2012 mit der vorläufigen Anwendung des ursprünglichen Abkommens begonnen wurde, haben sich die Warenausfuhren aus den fünf ESA-Staaten in die EU um nahezu ein Viertel erhöht, sodass sie 2018 ein Volumen von fast 2,8 Mrd. â‚¬ erreichten.

Hinzu kommt, dass europäische Unternehmen zunehmend in der Region investieren. Das ins Auge gefasste neue Abkommen sollte zusätzlich andere wichtige handelsbezogene Aspekte und Regelungen abdecken, etwa in den Bereichen Dienstleistungen, Investitionen, technische Handelshemmnisse, Rechte des geistigen Eigentums und nachhaltige Entwicklung.Dazu EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström: „Die ESA-Region hat, was unsere Handelspartnerschaft anbelangt, Pioniercharakter für ganz Afrika.

Die Vertiefung des bestehenden Abkommens werde unsere Partnerschaft auf eine andere Ebene heben. Der bilaterale Handel und die Investitionsströme werden angekurbelt, was wiederum der Schaffung von Arbeitsplätzen, dem Wirtschaftswachstum in unseren jeweiligen Regionen und gleichzeitig einer nachhaltigen Entwicklung zugutekommt.

Die EU steht voll und ganz hinter diesem großen Projekt.“Die EU sei für die fünf ESA-Staaten der Handelspartner Nummer eins. Ein umfassendes Freihandelsabkommen würde nicht nur zu einer Verbesserung des Unternehmens- und Investitionsumfelds beitragen, sondern darüber hinaus der Wirtschaft der fünf ESA-Staaten neuen Schwung verleihen, beispielsweise durch eine Diversifizierung ihrer Ausfuhren in die EU.

Der Prozess würde zudem die Umsetzung der im September 2018 ins Leben gerufenen Allianz Afrika-Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze voranbringen. Überdies würde sowohl die regionale Wirtschaftsintegration gefördert, beispielsweise durch die Entwicklung regionaler Wertschöpfungsketten, als auch die Integration auf kontinentaler Ebene, indem die fünf ESA-Staaten besser auf die Errichtung der Afrikanischen kontinentalen Freihandelszone (AfCFTA) im Rahmen der Afrikanischen Union vorbereitet werden.

Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) seien einer der Bausteine für die Errichtung der künftigen AfCFTA.Auf Antrag der fünf ESA-Staaten habe die Europäische Union finanzielle Unterstützung für die Einrichtung eines EPA-Koordinierungsmechanismus zugesagt. Ziel sei es, eine angemessene Koordinierung und technische Hilfe für die fünf ESA-Staaten sicherzustellen, damit deren wirksame Einbindung in den Verhandlungsprozess gewährleistet werden kann.

Aufseiten der ESA-Staaten habe sich der Koordinierungsmechanismus bereits bei der Vorbereitung der „Scoping“-Phase der anstehenden Verhandlungen als hilfreich erwiesen.Seit im Jahr 2012 das derzeitige Interim-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Interim-WPA) mit den Staaten des östlichen und südlichen Afrika (ESA) zur Anwendung gelangt ist, haben sich die Exporte Madagaskars in die EU mehr als verdoppelt. Die Seychellen konnten ihre Exporte im Zeitraum 2012-2018 um über ein Drittel steigern.

Und die Exporte Simbabwes in die EU seien im selben Zeitraum um 12 % gestiegen, während die Ausfuhren des Landes in den Rest der Welt zurückgegangen sind. Für Mauritius sei die Europäische Union weiterhin die wichtigste Exportdestination, wobei etwa bei Fischereierzeugnissen Exportzuwächse zu verzeichnen sind.Im Jahr 2017 ersuchten die damaligen vier ESA-Staaten (Mauritius, Madagaskar, Seychellen und Simbabwe) die EU um die Aufnahme von Gesprächen über eine mögliche Ausweitung des Geltungsbereichs des Interim-WPA über den derzeit abgedeckten Marktzugang für Waren und die Entwicklungszusammenarbeit hinaus.

Ziel war es, im Einklang mit Artikel 53 (Ãœberprüfungsklausel) des WPA weitere handelsbezogene Bereiche mit abzudecken (sogenannter „Vertiefungsprozess“). Vor der Einleitung der Verhandlungen erzielten die beiden Parteien eine Einigung über Umfang und Ziele dieser Vertiefung.

Im Februar 2019 haben die Komoren nach der Ratifizierung des Interim-WPA mit dessen vorläufiger Anwendung begonnen und sich den anderen vier ESA-Staaten auch im Hinblick auf den Vertiefungsprozess angeschlossen..

Suche nach Stichworten:

EU Vertiefung Handelsbeziehungen Staaten östlichen südlichen Afrika