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«Ich erwarte respektvolles Verhalten von allen»

«Ich erwarte respektvolles Verhalten von allen»
«Ich erwarte respektvolles Verhalten von allen» (Bild: ETH Zürich)

2019-03-15 04:55:12
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Quelle: ETH Zürich

Anlässlich einer Pressekonferenz äusserte ETH-Präsident Joël Mesot heute sein Bedauern darüber, dass es an der ETH Zürich in der Vergangenheit zu Fällen von fehlerhaftem Führungsverhalten gekommen ist, wie die ETH Zürich schildert.

«Ich möchte im Namen der ETH alle um Verzeihung bitten, die von Fehlverhalten ihrer Vorgesetzten betroffen waren», sagte Joël Mesot. Die ETH erwarte von ihren Angehörigen einen respektvollen Umgang miteinander, alles andere sei inakzeptabel.

Diese Fälle nur auf das Fehlverhalten einzelner Professorinnen und Professoren zurückzuführen, greife jedoch zu kurz. Auch die ETH Zürich habe als Institution Fehler gemacht.

Die Eskalationswege hätten bei konkreten Meldungen nicht immer funktioniert und die Kommunikation mit den Betroffenen sei während der Verfahren nicht immer optimal gewesen. So geschehen im Fall rund um eine Professorin am ehemaligen Institut für Astronomie.

Gegen die Professorin hatte die ETH im Oktober 2018, gestützt auf die Empfehlung aus einer Administrativuntersuchung, ein Nun habe die Schulleitung der ETH Zürich beim ETH-Rat einen Antrag auf Entlassung eingereicht. Dieser Entscheid fiel, obwohl die einberufene Kommission zum Schluss kam, dass eine Entlassung aus juristischer Sicht eher nicht gerechtfertigt sei.

So weist die Kommission darauf hin, dass die Professorin erst spät verwarnt wurde und sie dadurch keine Möglichkeit hatte, ihr Verhalten anzupassen.Die ETH Zürich setzt alles daran, dass solche Eskalationen in Zukunft möglichst nicht mehr vorkommen. Sie habe aus den jüngsten Erfahrungen – auch aus den Fehlern, die sie als Institution begangen habe – ihre Lehren gezogen und verbessert ihre eigenen Prozesse und Strukturen mit einem umfassenden Massnahmenpaket.

«Unsere Professorinnen und Professoren sollen nicht nur als Forscherinnen und Dozenten, sondern auch in der Führung ihrer Gruppen Spitze sein», bekräftigt Mesot. «Die Mehrheit von ihnen sei es bereits heute.

Sie haben erkannt, dass nachhaltig exzellente Forschung in einer motivierten und gut geführten Gruppe besser gelingt». Künftig werde die ETH ihre Professorinnen und Professoren noch intensiver in ihrer Rolle als Vorgesetzte unterstützen.

Den dringendsten Handlungsbedarf sieht die Schulleitung in den Bereichen Prävention und Führung sowie in der konkreten Behandlung von Konfliktsituationen (siehe Infobox unten). Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Betreuung von Doktorierenden.

Um die strukturell bedingte Abhängigkeit zu verringern, in der sich die Doktorierenden befinden, habe die Schulleitung beschlossen, dass diese künftig von mindestens zwei Personen betreut werden müssen – ein zentrales Element des Massnahmenpakets.Zudem solle laut ETH-Rektorin Sarah Springman mit regelmässigen Feedbackrunden der Austausch zwischen Doktorierenden und Betreuungspersonen gefördert werden, sodass Probleme früh erkannt und gleich zu Beginn angegangen werden. «Mit diesen und weiteren Massnahmen, die sich aus Best-practices in unseren Departementen und von Hochschulen weltweit ableiten, werden wir die Doktorierendenbetreuung auf eine neue Stufe heben», so Springman.

Die ETH-Rektorin betonte aber auch, dass solch tiefgreifende Veränderungen Zeit brauchen und die ETH bereit ist, diesen Weg konsequent zu gehen.Die Stelle für Chancengleichheit solle sich künftig auf die Förderung der Diversität und insbesondere die Erhöhung des Frauenanteils auf allen Stufen konzentrieren. Meldungen zu sexueller Belästigung und respektlosem Verhalten sollen künftig über eine Meldestelle bei der Personalabteilung behandelt werden.

Noch in Prüfung ist, ob zusätzlich eine externe Meldestelle eingerichtet wird..

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