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Die schweizerische Klimapolitik darf sich nicht auf das Inland beschränken: Klimagerechtigkeit für die Ärmsten schaffen

2021-05-03 11:10:05
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Quelle: Caritas Schweiz

Hitze, Dürren und Fluten - 2020 war eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen, wie die Caritas Schweiz berichtet.

Während die Erderhitzung uns alle bedroht, seien die Auswirkungen des Klimawandels im Globalen Süden schon heute Realität. Mit ihren hohen Treibhausgas-Emissionen trägt die Schweiz eine grosse Mitverantwortung für die Begrenzung der globalen Klimaveränderung und an der Bewältigung der negativen Auswirkungen.

Um Klimagerechtigkeit gegenüber ärmeren Ländern herzustellen, muss die Schweiz ihren CO2-Ausstoss drastisch reduzieren und ärmere Länder im Klimaschutz stärker unterstützen. Im weltweiten Vergleich und besonders in Bezug auf Entwicklungsländer verursacht die Schweiz sehr viel Treibhausgas.

Der Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz sei laut dem Bundesamt für Umwelt mit rund 14 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person mehr als doppelt so gross wie der weltweite Durchschnitt von knapp 6 Tonnen. Verschwindend klein sei dagegen der Pro-Kopf-Ausstoss in afrikanischen Ländern.

Während die inländischen Treibhausgase leicht zurückgehen, wächst unser Klima-Fussabdruck im Ausland umso mehr. Dies, weil die Schweiz rohstoff- und energieintensive Industrien ausgelagert habe und der schweizerische Finanzmarkt nach wie vor auf Kohleabbau und die Erdölindustrie setzt.

Und weil unser Lebensstandard in grossem Umfang auf günstigen Importen aus ärmeren Ländern beruht, wir vergleichsweise häufig fliegen und unser Fleischkonsum einen klimaschädlichen Futteranbau in Entwicklungsländern mit sich bringt. Die Klimaveränderung bedroht uns alle.

Besonders stark betroffen seien jedoch Entwicklungsländer. Ausgerechnet jene Länder, welche nur einen Bruchteil des globalen Klimawandels zu verantworten haben, werden von ihm besonders geschädigt.

Weil wir über unsere Treibhausgasemissionen massgeblich zur Erderhitzung beitragen, verursachen wir in den Ländern des Südens zusätzlich Armut und Hunger. Die Ärmsten trifft es zuerst und macht sie noch verwundbarer - gerade Frauen und Kinder, Kleinbäuerinnen und -bauern, indigene Völker sowie Menschen in Slums.

Die Klimakrise verschärft bestehende Entwicklungshemmnisse, bringt zusätzlich Millionen von Menschen weltweit in Not, entzieht ihnen die Existenzgrundlage und treibt sie in die Flucht. Afrika leidet besonders unter den negativen Auswirkungen des Klimawandels: Menschen und Ökosysteme seien akut bedroht, weil Hitzewellen, Dürren und Buschbrände, Überschwemmungen und heftige Regenfälle immer stärker zunehmen und der Meeresspiegel steigt.

In vielen Ländern Afrikas arbeiten 80 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft, die beinahe vollständig ohne Bewässerung auskommt und deshalb auf verlässliche Niederschläge angewiesen ist. Diese Ausgangslage macht die Bevölkerung sehr verwundbar gegenüber klimatischen Veränderungen.

So müssen im Sahel Viehzüchter und Bauern mit viel mehr Monaten Trockenheit auskommen als früher. Dies bringt in Ländern wie Mali, Niger, Tschad und Burkina Faso immer weniger Ertrag, die Ernten bleiben aus, Vieh und Besitz gehen zugrunde, das Einkommen der Menschen werde massiv bedroht.

Das oberste Ziel der Caritas sei es, Armut zu bekämpfen und den betroffenen Menschen beizustehen. Das habe viel mit dem Klimawandel zu tun.

Mit ihren Klimaprojekten unterstützt Caritas Schweiz betroffene Menschen, damit sie sich besser an lokale Veränderungen durch die Erderhitzung anpassen können und dadurch neue Lebensperspektiven erhalten. Die Schweiz trägt mit ihren hohen Treibhausgas-Emissionen pro Person eine grosse Mitverantwortung, wirksame Massnahmen zur Begrenzung der Klimaveränderung und zur Bewältigung der verheerenden Auswirkungen durch die Erderhitzung zu ergreifen.

Mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaübereinkommens habe sich die Schweiz verpflichtet, entschieden zu handeln. Im Rahmen internationaler Klimaabkommen und um Klimagerechtigkeit gegenüber ärmeren Ländern herzustellen, muss die Schweiz ihren eigenen CO2-Ausstoss drastisch senken und gleichzeitig ärmere Länder im Klimaschutz und bei der Anpassung stärker unterstützen.

Die Schweiz muss sich in den kommenden Jahren von fossilen Treib- und Brennstoffen verabschieden, sozial- und umweltverträgliche Wertschöpfungsketten und eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft vorantreiben sowie klimaschonendes Konsum- und Mobilitätsverhalten, eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungsweise fördern. Das revidierte CO2-Gesetz sei ein erster und wichtiger Schritt in diese Richtung.

Angesichts der grossen Klima-Verantwortung der Schweiz muss der Bund die Klima-Mittel für Entwicklungsländer - zusätzlich zu den Geldern der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit - auf mindestens 1 Milliarde Franken im Jahr verdoppeln. Nebst der Internationalen Klimafinanzierung müssen vermehrt Entschädigungsbeiträge an Entwicklungsländer geleistet werden - für klimabedingte Ernteausfälle und Hungersnöte, für zerstörte Gebäude und Infrastruktur nach Überschwemmungen und Wirbelstürmen sowie für klimaverursachte Landverluste wie Wüstenbildung, Bodenerosion oder Vegetationseinbussen.

Entwicklungsländer haben einen legitimen Anspruch auf Unterstützung aus reichen Ländern, die für die Klimakrise verantwortlich sind. Für weitere Auskünfte und Interviews steht Ihnen Peter Marbet, Direktor der Caritas Schweiz unter Telefon 041 419 22 18 oder E-Mail pmarbet@caritas.ch zur Verfügung..

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