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Eckwerte für die Umsetzung des «Berner Modells» - Das Konzept zur Behindertenhilfe im Kanton Bern steht

2019-07-05 09:32:00
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Quelle: Kanton Bern

Die zentralen Elemente zur Umsetzung des Behindertenkonzepts, auch bekannt unter dem Namen «Berner Modell», liegen vor, wie der Kanton Bern ausführt.

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) habe sie nach Vorliegen der Resultate einer Zwischenanalyse und eines Pilotbetriebes erarbeitet. Alle strategischen Versorgungsziele und die wesentlichen Systemelemente, die vom Bundesrat und vom Grossen Rat 2011 verabschiedet wurden, können beibehalten werden.

Die GEF werde aber den Abklärungsprozess vereinfachen und Elemente zur finanziellen Steuerung ausgestalten. An der Möglichkeit für Menschen mit Beeinträchtigung, ihren Lebensmittelpunkt künftig frei zu wählen, habe nichts geändert.Die Zwischenanalyse zeigte, dass der Bedarfsabklärungsprozess vereinfacht werden muss.

Die GEF habe daher entschieden, neu die Methode IHP («Individueller Hilfsplan») einzusetzen. Mit diesem Instrument werde der behinderungsbedingte Betreuungsbedarf heute bereits in einzelnen Schweizer Kantonen sowie in mehreren deutschen Bundesländern ermittelt.

Ein wesentlicher Unterschied zum bisherigen Instrument stellt die Ressourcenorientierung von IHP dar. Statt einseitig den Bedarf festzustellen, stehen die Entwicklungsziele und Möglichkeiten der Menschen mit einem Unterstützungsbedarf im Zentrum.

Mit IHP verbunden seien auch Vereinfachungen im Abklärungsprozess und insbesondere die interkantonale Vergleichbarkeit. Da IHP bereits in mehreren Kantonen angewendet wird, sei eine Zusammenarbeit in Unterhalt und Weiterentwicklung des Instruments möglich.Die in der Zwischenanalyse prognostizierten Mehrkosten von rund 100 Millionen Franken können dank eines griffigen Steuerungssystems stark gesenkt werden.

Die auf Grund der Anpassungen erwarteten Mehrkosten im ordentlichen Betrieb belaufen sich neu noch auf rund 20 Millionen Franken oder nicht ganz 10% der Gesamtkosten. Zum einen erwartet die GEF auf Grund der neuen Systematik im stationären Bereich eine Kostenkorrektur nach unten.

Zugleich bringt die Ausweitung der Bezugsberechtigung auf Menschen, die heute nicht im Heim wohnen, Mehrkosten mit sich.Daneben entschied die GEF über weitere Vereinfachungen und Optimierungen. Die Unterstützungsgelder für Menschen, die in einem Heim leben, sollen auch in Zukunft direkt an die Institution ausgerichtet werden.

Das neue System erlaubt es, die Subsidiarität der kantonalen Finanzierung zu IV, UV oder MV sowie weiteren Finanzierungsquellen umfassend geltend zu machen. Das neue System werde nach Inkrafttreten für alle Institutionen gleichzeitig eingeführt.

Die GEF werde jedoch Möglichkeiten der Abfederung des Übergangs schaffen.Die GEF werde bis Ende Jahr prüfen, ob im laufenden Pilotprojekt Anpassungen gemacht werden. Menschen, die am Pilotprojekt teilnehmen, erhalten bis auf Weiteres eine Besitzstandwahrung.

Die Einführung der neuen Finanzierungssystematik im Bereich der Werkstätten werde die GEF in einer späteren Projektphase prüfen. Dies unter anderem darum, weil grundlegende Fragen nach der Bestimmung des Unterstützungsbedarfs schweizweit offen sind..

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